Verabschiedung von Sascha Koch

Nach vielen Jahren im Vorstand verlässt Sascha Koch auf eigenen Wunsch die Vereinsführung. Ein Rückblick.

Bereits vor einigen Jahren zog Sascha Koch, der derzeit Beisitzer im Vorstand ist, mit seiner Familie in den Wassenberger Raum. Seine Funktion im Vorstand wollte er daraufhin ursprünglich bereits 2020 zur Verfügung stellen, bedingt durch die Corona-Pandemie konnten seitdem aber keine Jahreshauptversammlungen stattfinden. Nachdem nun Dirk Dörenkamp die Position kommissarisch übernommen hat, verabschiedet sich Sascha Koch mit einem emotionalen Brief an die Mitglieder des TuS Jahn Hilfarth. Den Brief stellen wir hier in voller Länge zur Verfügung. Eine Verabschiedung durch den TuS-Vorsitzenden Olli Hermsmeier wird in geeignetem Rahmen bei einer der nächsten öffentlichen Veranstaltungen stattfinden.

In voller Länge: Der Brief von Sascha Koch

"Liebe TuS Jahn Familie,

ich habe als Überschrift bewusst den Begriff Familie gewählt weil ich denke, dass diese Anrede am besten passt und ich damit jedes Vereinsmitglied erreiche. Für mich ist es an der Zeit, den Verein als Mitglied zu verlassen. Ich habe lange mit mir gerungen. Letztendlich muss man sagen, dass ich seit nunmehr 5 Jahren in Wassenberg wohne und mittlerweile auch im dortigen Fußballverein eine Aufgabe gefunden habe. Bis vor kurzem war ich noch Beisitzer im TuS Vorstand und auch nur unregelmäßig bei den Sitzungen. Zwischenzeitlich hat man mit Dirk Dörenkamp einen meiner Meinung nach exzellenten Nachfolger für mich gefunden. Generell kann ich aus den letzten Jahren sagen, dass der Vorstand selten so gut aufgestellt war wie er es aktuell ist. Alle haben eine starke Bindung zum Verein und das ist die ideale Grundlage.

Ich habe mir ein wenig Gedanken über meine zurückliegenden Tätigkeiten im Verein gemacht. Vorab möchte ich sagen, dass ich auf die anderen Abteilungen wie Leichtathletik, Prellball oder Turnen nicht näher eingehen kann, weil ich mir dort eigentlich nur durch zurückliegende Berichte eine Übersicht bilden konnte. Ich kann nur sagen, dass dort auch ein Riesenjob gemacht wird und möchte mich bei allen Übungsleitern und Aktiven einfach bedanken. 

Seit meinem 13ten Lebensjahr wohne ich in Hilfarth und bin damals in der C7ner Mannschaft unter Dieter Kunze angefangen. Schnell hat man erkannt, dass ich auf der linken Seite gut aufgehoben bin, da ich den rechten Fuß allerdings nur anatomisch bedingt habe und der eigentlich zu nichts gut istJ. Wir hatten seinerzeit eine starke Jugendmannschaft, die im Wesentlichen bis zum Ende der A-Jugend gleich geblieben ist. Spontan fallen mir Mitspieler ein wie die Thomas Brüder Heiko und Dirk. Der eine gab auf dem Feld den Ball nie ab und ist bei seinen Dribbeldrehungen oft im Rasen versunken, der andere hielt den Kasten meist sehr sauber. Außer man wusste seine schwache Ecke. Ich meine, es war vom Torwart ausgesehen die linkeJ.

Auch bleibt mit aus dieser Zeit Olaf Kunze in Erinnerung, der wohl unser zweikampfstärkster und bester Mittelfeldspieler war. Auch muss ich meinen alten Nachbarn Stefan „Lebendgewicht 30 Kilo“ Darius nennen, der mit Burhan meist die Abwehr organisierte. Dann natürlich auch Arndt Holten, der meine Ecken oft in Dieter Hoeneß Manier mit dem Kopf verwandelt hat. Hat sich also doch ausgezahlt, dass Arndt am Kopfballpendel mit Ziegelsteinen üben musste. Natürlich kann ich auch andere Mitspieler und Anekdoten angeben, aber das würde hier womöglich den Rahmen total sprengenJ.

Ab der B Jugend war es dann so wie es früher immer war. Der Dicke muss ins Tor, der mit dem stärksten Schuss spielt letzter Mann. Da wir natürlich keine Dicken hatten und ich im Tor eher talentfrei war und immer noch bin, spielte ich also Libero. Meist kam ich bei den Abschlägen vom Boden tatsächlich auch über die Mittellinie. Unsere Seniorenmannschaft spielte seinerzeit in der Bezirksliga. Ich hätte glaube ich Ambitionen gehabt, dort mal reinschnuppern zu dürfen. Dann kam es aber, dass ich den Einstellungstest bei der Polizei bestanden habe. Dadurch setzte ich mit Fußball zweieinhalb Jahre aus. 

Nach meiner Ausbildung wurde ich dann von oben besagtem Stefan „Lebendgewicht 30 Kilo“ Darius angesprochen, ob ich nicht nach Rurich wechseln möchte. Den Ort kannte ich bis dahin nicht. Durch Rurich habe ich erfahren, dass Fußballspielen selbst auf dem schwierigsten Geläuf möglich ist und dass es Trikot Farbkombinationen gibt, welche für das menschliche Auge eher ungeeignet sindJ. In Rurich habe ich 2 Jahre gespielt und wechselte danach nach Golkrath. Hier durfte ich mit unserem späteren Hilfarther Coach Jörg Sieben zusammenspielen. Durch Golkrath habe ich u.a. gelernt, wie vermutlich fast jeder Fußballer im Kreis, dass man auch bergauf Fußball spielen kann.

Nach etwa 2 Jahren hat es mich dann in unseren schönen Verein zurückgezogen. Seinerzeit hatten wir eine ambitionierte Truppe, welche auch den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft hat und sich dort meine ich 2 Jahre gehalten hat. Das war schon eine tolle und für mich persönlich eine erfolgreiche Zeit. Durch meinen Schichtdienst konnte ich nicht jedes Spiel oder Training mitmachen. Insbesondere wenn ich den Abend vor einem Spiel Nachtdienst hatte, war ich körperlich und geistig eigentlich nicht zu gebrauchen….nein, ich war nicht zu gebrauchenJ.

Nach einem weiteren fußballerischen Abstecher in Richtung Golkrath kehrte ich erneut zum TuS zurück. Als aktiver Spieler war es für mich die schönste Zeit. Prägendste Mitspieler waren wohl u.a. Frank „der Lautsprecher“ Schmitz, Ronny „mein Knie ist eigentlich kaputt“ Esser sowie der leider viel zu früh verstorbene Michael „gib mir den Ball ich mach den rein“ Dolczewski. Wir sind seinerzeit ohne Training mit der zweiten Mannschaft in die B Liga aufgestiegen und haben uns dort 2 Jahre gehalten. Ein großes Dankeschön an unseren damaligen Coach Jörg Markmann, der viel Unsinn ertragen musste. Natürlich mussten auch knapp verpasste Aufstiege oder verdiente Abstiege hingenommen werden. Dann hat man sich kurz geschüttelt, inklusive Stück auf 30 Bier trinken, und dann wurde in der nächsten Saison wieder angegriffen.

Irgendwann habe ich dann für mich festgestellt, dass es fußballerisch sowie körperlich und konditionell schon länger nicht mehr reichtJ. So bin ich neben dem Job als Jugendleiter auch zum Jugendtrainer gekommen und durfte überwiegend den Jahrgang 2001 betreuen. Angefangen von den Bambinis bis zu B Jugend. Ohne angeben zu wollen muss man sagen, dass die damalige Mannschaft aus dem Jahrgang 2001, mit temporärer Unterstützung aus dem Jahrgang 2002, eine der stärksten Mannschaften im Kreis war. Nicht selten standen wir bei Turnieren in Endspielen, sind Stadtmeister geworden oder haben die Meisterschaftsspiele einfach souverän gewonnen. Es verwundert daher nicht, dass einige Spieler dieser Jahrgänge aktuell in Seniorenmannschaften der B Liga oder gar in der der A Liga kicken und dort einen Riesenjob machen. Das beste Beispiel ist wohl unser Schnapper Andre Sieberichs, dessen Verrücktheit wir schnell erkannt und ihn ins Tor gestellt habenJ.

Die Kehrseite eines Jugendtrainers ist natürlich, dass sich Mannschaften aus verschiedenen Gründen auflösen können. So ist es dann auch leider mit den Jahrgängen 2002 und 2001 passiert. Insbesondere die Auflösung meiner Mannschaft (Jahrgang 2001) hat mich damals schwer getroffen. Ich habe Rotz und Wasser geheult und war erstmal mit dem Trainerdasein fertig. Als Jugendleiter wurde ich dann von Arndt abgelöst. Zwischenzeitlich macht das der Mario Hettkamp. Beide waren und sind für mich die Idealbesetzung für diesen Job. Dem Verein blieb ich als Beisitzer im Vorstand treu, insbesondere im Hinblick auf das Fest zum 100jährigen Bestehen. 

Durch den Umzug in 2016 nach Wassenberg war ich nur noch selten bei Vorstandsitzungen anwesend. Corona bedingt konnten diese Sitzungen auch dann nur noch virtuell stattfinden. Das ist mal so gar nicht mein Ding. Unser von u.a. Arndt und Olli akribisch geplantes Fest musste 2mal ausfallen. Da hatte ich mich sehr drauf gefreut. Das wäre nochmal eine richtige organisierte „AbrisspartyJ“ geworden. Ich würde mir wünschen, dass wir mit vielen noch Mal irgendwann zusammen kommen und dann ordentlich feiern können. Diejenigen, die meine Mobilfunknummer haben, senden bezüglich einer anstehenden Feier dann bitte nur das Datum samt Uhrzeit sowie das Kennwort „Bier“ oder „Zeuch“. Ich halte mir dann freiJ.

Natürlich werde ich mir ab und zu nochmal ein Spiel anschauen kommen. Dort trifft man ja auch immer alte Weggefährten. Außerdem eignen sich solche Spiele auch immer, wenn man sich mal wieder richtig aufregen willJ.

Aktuell verfolge ich natürlich auch den Saisonstart der Seniorenmannschaften in den entsprechenden Ligen. Der war für mich ja durchaus verbesserungswürdig bis zufriedenstellend. Mein Appell an die Spieler wäre sich selber zu hinterfragen, ob man mit der Lage in der jeweiligen Liga zufrieden ist oder ob man vielleicht mehr will. Ich denke gerade im Hinblick auf u.a. den Gesamtverein, das Dorf, alle Sponsoren und Gönner, alle Fans sowie die tolle Sportanlage muss man insbesondere als Spieler alles dafür tun, dass der Verein ordentlich präsentiert wird und dass man seine maximale Energie und sein Herz an den Trainingstagen sowie an den Spieltagen auch auf dem Platz lässt. Ich weiß wovon ich rede, weil ich früher auch manchmal einfach zufrieden war obwohl mehr gegangen wäre. Ich würde mir wünschen, dass man vielleicht auch wieder Aufstiege feiern kann. Dass die aktuell jüngeren Seniorenspieler offensiv auf ehemalige Mitspieler zugehen und diese möglicherweise wieder für den TuS begeistern können. Andere Vereine schaffen das auch. Sicherlich auch bedingt durch erhebliche finanzielle Unterstützung, aber auch mit Überzeugungsarbeit aus alter Verbundenheit.

Bevor ich jetzt komplett nostalgisch werde, sage ich einfach Tschüss. Ich hätte sicherlich mit vielen lustigen Geschichten die ich mit euch erleben durfte ein von der Seitenanzahl derart dickes Buch vollschreiben können, welches allen Harry Potter Bänden in nichts nachgestanden hätteJ. Ich wünsche allen im Verein weiterhin viel Erfolg und Geschick bei den anstehenden und zukünftigen Aufgaben.

 

Mit sportlichem Gruß

Sascha Koch (Kucki)"

von Christoph Hensen
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